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Weite Teile der Forschung, Lehre und Praxis im Fachgebiet Volkswirtschaftslehre setzen sich auch in der Schweiz weiterhin über grundlegende wissenschaftliche Prinzipien hinweg. mehr

Die Hochschulen und der Schweizerische Nationalfonds tolerieren unwissenschaftliche Traditionen. Intellektuelle Standards werden missachtet. Das wissenschaftliche System versagt.

Angesprochen auf Misstände in den wissenschaftlichen Begutachtungs-Prozessen im Bereich Volkswirtschaftslehre kommentierte ein leitender Vertreter des Schweizerischen Nationalfonds (NF), dass solches in den Naturwissenschaften undenkbar wäre – und verwies darauf, dass der NF prinzipiell nicht in die Beurteilungskriterien der Disziplinen eingreift.

Angesprochen auf ein bekanntes Ranking von Volkswirtschaftlern, welches von der ETH massgeblich unterstützt wird und für die Forschenden starke Anreize für das Festhalten an unwissenschaftlichen Traditionen setzt, antwortete ein leitender Vertreter der ETH Zürich, dass wir lernen müssen, mit einer unvollkommenen Welt zu leben.

Mit einer volkswirtschaftlichen Forschung und Lehre, die sich über moderne wissenschaftliche Prinzipien hinwegsetzt, ist die Öffentlichkeit schlecht beraten. Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich elementare Vorgänge im Wirtschaftsgeschehen dem Verständnis der konventionellen Volkswirtschaftslehre entziehen und dass dies auch ganz direkt mit den unwissenschaftlichen Traditionen zu tun hat.

Indem die Universitäten und der Schweizerische Nationalfonds die unwissenschaftlichen Traditionen in der Volkswirtschaftslehre tolerieren, ermöglichen sie Tag für Tag wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen aufgrund einer weitherum anerkannten aber empirisch wenig fundierten Wirtschaftstheorie.

Scientific Economics hat sich das Ziel gesetzt, den Schweizerischen Nationalfonds, die Hochschulen, die Medien, die Öffentlichkeit und die Politik für diese Probleme zu sensibilisieren und damit zur wissenschaftlichen Erneuerung und Modernisierung der Volkswirtschaftslehre beizutragen.